Bevor du dir einen Pizzaofen kaufst, solltest du das wissen

Wir bekommen häufig die Frage gestellt, welcher Pizzaofen der richtige für die eigenen Pizzaback-Ambitionen im Heimbereich sind. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da es von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie z.B. verfügbarer Platz, Antriebsquelle (Strom, Gas, Holz oder Kohle) und auch die Zahlungsbereitschaft. Aus diesem Grund zeigen wir euch hier eine Übersicht an Pizzaöfen und wie man den geeigneten Ofen findet. Mit Pizzaöfen sind in dem Fall Öfen gemeint, die eine Backtemperatur von mindestens 400 Grad erreichen können.

Haushaltsofen

Ja, du liest richtig. Mit dem Haushaltsofen kann man natürlich auch Pizza backen. Es muss nicht immer unbedingt ein Pizzaofen sein. Es kommt dabei darauf an, welche Art von Pizza du backen willst.

Ein herkömmlicher Haushaltsofen kann eine Maximaltemperatur von ca. 270 Grad erreichen (Ausnahmen ausgenommen). Eine traditionelle neapolitanische Pizza mit fluffigem Rand und faltbaren Boden wird bei 400 – 500 Grad gebacken und braucht deswegen nur eine Backzeit von 60 – 90 Sekunden. Es wird daher schwierig sein, solch eine neapolitanische Pizza in einem Haushaltsofen zu backen. Natürlich kann man trotzdem eine Pizza nach neapolitanischem Rezept in einem Haushaltsofen backen, jedoch sollte man sich vor Augen halten, dass diese Pizza dann viel knuspriger wird, weil sie länger gebacken werden muss (näheres zu dem Thema Ofentemperatur und Pizza findest du hier).

Viele Blechpizzen hingegen, z.B. eine römische Blechpizza (Pizza in teglia), die Detroit Style Pizza oder auch eine New York Style Pizza lassen sich sehr gut bei Temperaturen von 250 – 270 Grad backen. Diese Arten von Pizzen lassen sich daher sehr gut im Haushaltsofen backen. Zusätzlich lohnt es sich, sich weiteres Equipment zu beschaffen, mit dem die Hitze im Haushaltsofen optimal gespeichert wird. Ich empfehle für den heimischen Ofen stets die Nutzung eines Pizzasteins* oder eines Pizzastahls*. Die Aufheizzeit des Ofens verlängert sich zwar dadurch, jedoch können der Stein oder der Stahl die Hitze länger speichern und besser an den Teig abgeben, sodass man als Ergebnis eine knusprigere Pizza erhält und auch die Backzeit insgesamt kürzer ist.

Temperatur: Bis zu 270 Grad.

Geeignet für: Blechpizzen oder knusprigere Pizzen

Vorteil: Keine zusätzlichen Anschaffungskosten

Nachteil: Beschränkt bei bestimmten Pizza-Stilen (z.B. neapolitanische Pizza)

Kosten: Keine Anschaffungskosten bzw. wenn dann nur geringe Zusatzkosten, falls man sich einen Pizzastein* oder Pizzastahl* zulegen möchte, ca. 50 – 80 Euro.

Elektrischer Pizzaofen

Die Bezeichnung elektrischer Pizzaofen sagt eigentlich schon alles: ein Pizzaofen, der mit Strom betrieben wird. Ihr braucht euch auch keine Gedanken machen, ob ihr hierfür einen besonderen Stromanschluss braucht. Einfach an die normale Steckdose stecken und los geht der Spaß! Je nach Modell können die Öfen bis zu 550 Grad erreichen. Eine neapolitanische Pizza könnt ihr also ohne Probleme darin backen.

Effeuno P134h Pizzaofen
Effeuno P134h

Ich selber habe mein Pizzahobby mit einem elektrischen Pizzaofen begonnen und bin nach wie vor ein großer Fan von elektrischen Pizzaöfen. Warum? Aus verschiedenen Gründen.

Zum einen ist es die vergleichsweise einfache Bedienung, da die gewünschte Temperatur exakt eingestellt werden kann und kaum Aufsicht verlangt, im Gegenteil zu den holzebtriebenen Varianten, wo stets geprüft werden muss, ob ausreichend Holz im Ofen ist und die Temperatur noch ausreichend hoch ist. Die Aufheizzeit beträgt ca. 1 Stunde. Ein weitere Besonderheit ist deswegen, dass die Backergebnisse im elektrischen Ofen sehr zuverlässig und berechenbar sind. Es lassen sich wunderbar neapolitanische Pizzen bei 400 Grad, aber auch sehr gut andere Pizzastile wie Blechpizzen, Pinse Romana, Focaccia, New York Style Pizzen, selbst Brot oder Baguette bei niedrigeren Temperaturen backen.

Ein zusätzlicher Vorteil zeigt sich außerdem bei kühleren Temperaturen: Holz-, Gas- oder auch die hybriden Öfen dürfen aus Sicherheitsgründen nur im Freien verwendet werden. Das kann bei schlechten Wetterbedingungen wie Wind, Regen, Schnee, Minusgraden etc. unangenehm sein oder auch die Hitzeleistung beeinträchtigen. Einen Elektroofen dagegen kann man immer zuhause betreiben.

Neben all der Euphorie gibt es fairerweise auch paar Punkte zu beachten, die als Nachteil angesehen werden können. Mit einem elektrischen Pizzaofen seid ihr leider nicht mehr mobil, denn solche Öfen sind in der Regel eher groß und sperrig und brauchen eine Stromquelle. Auch im Sommer, wenn die Temperatur in der Wohnung/im Haus unangenehm ansteigt, macht ein laufender Pizzaofen im Inneren das Ganze auch nicht besser. Im Vergleich zu einem Outdoor-Ofen, bei dem man mit Flammen die Pizzen backt, ist das Backerlebnis auch nicht ganz so aufregend, weil man letztlich nur die Temperatur einstellen muss.

Temperatur: Bis zu 550 Grad (je nach Modell)

Geeignet für: Alle Pizzen

Vorteil: Vielseitig, einfache Handhabung, gleichmäßige und zuverlässige Pizzaergebnisse

Nachteil: Platzeinnehmend (eher groß und sperrig), nicht mobil

Kosten: ab 500 Euro aufwärts (für Modelle ab 450 Grad Backtemperatur)

Gasbetriebener Pizzaofen

Der größte Vorteil von gasbetriebenen Pizzaöfen ist, dass sie viel mobiler als Alternativprodukte sind und solange man die Gasflasche im Schlepptau hat, überall betrieben werden können. Je nach Modell lässt sich ein gasbetriebener Pizzaofen super leicht zur nächsten Gartenparty mitnehmen oder im Freien verwenden. Außerdem eignen sie sich auch gut für Einsteiger, da die Temperatur einfach über den Regler eingestellt werden kann, anders wie bei einem holzbetriebenen Ofen.

Ooni Koda 16 Gas Pizzaofen von der Seite
Ooni Koda 16

Ein beliebter Ofen ist der Ooni Koda 16, über den ich hier ausführlich berichtet habe. Mit den Ooni Modellen können locker bis zu 500 Grad erreicht werden, sodass in Sekundenschnelle neapolitanische Pizzen darin gebacken werden können. Aufgrund der leichten Temperaturregelung lassen sich aber auch sehr einfach andere Pizzastile wie die New York Style Pizza backen. Blechpizzen wie die Detroit Style Pizza lassen sich auch darin backen, jedoch braucht man etwas mehr Erfahrung, um trotz der Flammen eine gleichmäßige Temperatur zu erreichen.

Ein Nachteil ist, ähnlich wie bei den Holzöfen, dass die Flammen etwas temperamentvoll sein können und sich somit die Backergebnisse nicht immer zu 100% vorhersehen lassen. Man sollte deswegen die Pizza beim Backen nicht aus den Augen lassen und lieber mal etwas öfter drehen, damit sie gleichmäßig gebacken wird.

Temperatur: Bis zu 500 Grad

Geeignet für: Alle Pizzen

Vorteil: einfache Handhabung, gleichmäßige und zuverlässige Pizzaergebnisse, mobil einsetzbar

Nachteil: kann nur im Freien verwendet werden, Gaskartusche muss vorhanden sein

Kosten: ab 349€ (z.B. Ooni Koda 12)

Erfahre mehr: Wenn du mehr über den Ooni Koda 16 erfahren möchtest, schau dir doch auch mal meine ausführliche Review dazu an.

Hybrider Pizzaofen

Mit hybriden oder multifuel Pizzaöfen ist gemeint, dass sie über verschiedene Quellen betrieben werden können. Outdoor-Öfen wie der Ooni Karu 16 oder 12 können mit Gas, Holz und Kohle betrieben werden. Das bietet maximale Flexibilität, was die Backpräferenzen und den Spaßfaktor angehen. Der Ooni Karu 16/12 lässt mich mit verschiedenen Einsätzen schnell auf Gas- oder Holz-/Kohlebetrieb umrüsten.

Ooni Karu 16 Pizzaofen - vorne
Ooni Karu 16

Das Pizzabacken macht mit diesen Öfen meiner Meinung nach besonders viel Spaß, da man stärker involviert ist, als z.B. mit einem elektrischbetriebenen Ofen. Man beobachtet die Temperatur genauer, legt nochmals Holz/Kohle nach oder starrt einfach nur in die Flammen! 🙂 Allein für das Backerlebnis, bin ich ein großer Fan von diesen Öfen!

Da die Flammen jedoch etwas ungezügelter sein können, führt das beim Backen leider dazu, dass die Ergebnisse nicht immer ganz berechenbar sind. Mit etwas Erfahrung hat man jedoch relativ schnell den Dreh raus und ein Gefühl dafür, wie groß die Flammen für optimale Ergebnisse sein sollten. Das Backen mit Holz oder Kohle erfordert auch mehr Aufmerksamkeit des Pizzabäckers, da stets die Temperaturentwicklung im Auge behalten werden muss und man da sein sollte, um Holz oder Kohle nachzulegen bzw. auch mal abwarten muss, wenn die Flammen zu groß sind – diese lassen sich im Vergleich zum Gasbetrieb nicht automatisch regulieren.

Temperatur: Bis zu 500 Grad

Geeignet für: Alle Pizzen

Vorteil: Flexibilität durch die unterschiedlichen Antriebsquellen (Gas, Holz, Kohle), großer Spaßfaktor beim Pizzabacken

Nachteil: kann nur im Freien verwendet werden, Gaskartusche/Holz/Kohle muss vorhanden sein; mit Holz oder Kohle: mehr Fürsorge bei der Hitzentwicklung notwendig

Kosten: ab 349 € (z.B. Ooni Karu 12)

Erfahre mehr: Wenn du mehr über den Ooni Karu 16 erfahren möchtest, schau dir doch auch mal meine ausführliche Review dazu an.

Wie finde ich den für mich den richtigen Ofen?

Wie eingangs erwähnt, hängt die Wahl vom richtigen Ofen von verschiedenen Faktoren wie Pizza-Präferenzen, Platz in Wohnung oder Haus und Zahlungsbereitschaft ab.

Mit einem elektrischen Pizzaofen kann man auf alle Fälle nichts falsch machen, da er einfach zu bedienen ist, zuverlässige Pizza-Ergebnisse abliefert und obendrein alle möglichen Pizzastile problemlos darin gebacken werden können. Insbesondere Anfängern und auch Leuten ohne Balkon/Garten/Terasse würde ich deswegen zu einem elektrischen Pizzaofen raten.

Wer die Möglichkeit hat, bei sich zuhause auch im Freien zu backen, dem würde ich alternativ den Ooni Koda 16 empfehlen, weil man auf leichte Art tolle Pizza-Resultate erreichen kann und dabei der Spaßfaktor beim Pizzabacken mit Feuer auch nicht auf der Strecke bleibt.

Welche Öfen ich verwende

Ich nenne mittlerweile Pizzaöfen aus all den aufgezählten Kategorien mein Eigen:

“Welchen Ofen verwendest du am liebsten?” fragt sich die eine oder der andere vielleicht an der Stelle. Dazu kann ich nur sagen, dass ich die Öfen aus den genannten Vor- und Nachteilen je nach Einsatzweck unterschiedlich gerne verwende. Ist es kalt und stürmisch draußen und ich habe Lust auf Pizza? Dann stöpsel ich den Effeuno an. Möchte ich im Freien oder auf einer Gartenparty bei Freunden Pizza backen, dann nehme ich den Ooni Koda 16 mit. Möchte ich den maximalen Spaßfaktor und den Flammen zusehen, wie sie den Ofen anheizen, dann schmeiße ich den Karu 16 an!

Entdecke mehr

Du hast Lust am liebsten sofort mit dem Pizzabacken loszulegen, fragst dich aber wo du starten sollst? Auf dieser Seite habe ich dir die wichtigsten Informationen und Links zusammengefasst.

Vielen Dank fürs Lesen! Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag über die verschiedenen Arten von Pizzaöfen weiterhelfen. Solltest du noch offene Fragen haben, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich sehr, wenn du diesen Beitrag mit Freunden und Bekannten teilst.

Julia

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3 Kommentare
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Günter
Günter
1 Monat zuvor

Guten Tag
eine Frage bezüglich Pizzastein oder Backstahl.
Ich hab mir vor kurzen einen Macte Ovens VOYAGER gekauft.
Kann man den Stein weglassen und stattdessen eine PizzaStahl Platte im Ofen platzieren?

Danke schon mal

Julia
Admin
Julia
1 Monat zuvor
Antworte  Günter

Hallo Günter,

ich selber besitze nur den Effeuno P134h als elektrischen Pizzaofen, aber das Modell spielt in dem Fall keine Rolle. Bei Pizzaöfen wie dem Macte Voyager, die Temperaturen über 400 Grad erreichen können, würde ich den Stein nicht durch einen Pizzastahl austauschen, weil die Wärmeleitfähigkeit zu hoch wäre und der Boden zu schnell verbrennen würde. Falls du ihn nicht schon hast, würde ich dir stattdessen den Pizzastein “Biscotto Saputo” empfehlen. Der besteht aus einem bestimmten Ton und hat die Eigenschaft, die Hitze optimal zu speichern und langsam an den Teig abzugeben, d.h. der Boden verbrennt nicht so schnell (wie bei beinem Cordierit oder Schamottstein) und die gesamte Pizza kann gleichmäßig backen.

Einen Pizzastahl würde ich für einen normalen Haushaltshofen empfehlen.

Viele Grüße
Julia

Günter
Günter
1 Monat zuvor
Antworte  Julia

danke für die rasche
Auskunft!
Lg
Günter